Annelie Andre (A) lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Sie hat 2018 ihren Master in Choreographie am HZT Berlin abgeschlossen. Zuvor hat sie „Zeitgenössische Tanzpädagogik“ an der MUK in Wien studiert. 2020 erhielt sie das Startstipendium (BMKÖS) und 2021 ein Residenzstipendium im Künstlerhaus Lukas/Ahrenshoop, die Tanzrecherche NRW und die DIS-TANZEN Solo Förderung. Sie war Teil des Int. Austauschprogrammes „Crushing Borders“ Genf 2021 (Residenzförderung des BMKÖS) und war Lehrbeauftragte am HZT Berlin (2021 & 2022). Im August 2022 hatte ihr Gruppenstück „Archives of Collapse“  (Prozessförderung des Fonds Daku) im Uferstudio 14 in Berlin Premiere. 2023 kollaborierte sie  mit Ulduz Ahmadzadeh für das Stück „Ancestors` Banquet“ (Brut Wien) und war Outside Eye bei Olivia Hilds Arbeit „_melt_“ (WUK Wien). Sie arbeitete 2023 als Performerin für das SINT-Kollektiv und MS Schrittmacher, choreographierte ein Stück für 24 Tänzerinnen des Bildungsjahr Tanz (SENECA) und lehrte in unterschieldichen Kontexten.
Als Künstlerin gilt ihr besonderes Interesse der interdisziplinären Verbindung von Tanz, Text, Raum und Sound sowie der Transformation des Performance Raums in einen vielschichtigen Ort des Erlebens.

STUDIUM / AUSBILDUNG

  • Oktober 2016 – Oktober 2018: MA Choreographie am HZT, Berlin (Stipendiatin des Deutschlandstipendium)
  • Practitioner Training Course des Pantarei Approach (somatic bodywork), i.A. seit 2019
  • zertifizierte Mütterpflegerin/Expertin für Geburt und Wochenbett
  • September 2011 – Juli 2015 BA of Arts „Zeitgenössische Tanzpädagogik“ an der Musik und Kunst Universität Wien (MUK)
  • 2011 Matura am „Musischen Gymnasium Salzburg“ mit einem Fokus auf Tanz und Musik

 

ZEITGENÖSSISCHER TANZ & CHOREOGRAPHIE

2023

  • Choreographie für den Abschlussjahrgang der MUK (Studiengang „Bühnentanz“), Premiere März 2024 im MUTH Wien
  • Choreographische Kollaboration mit Ulduz Ahmadzadeh für das Stück „Ancestors’ Gift“, Premiere Oktober 2023, Dschungel Wien
  • Choreographie für den ARTE Kurzfilm „CRYPTID“ (Regie: Amina Krami), August 2023
  • Leitung des Tanzprojektes „Transitions“ mit Birte Hendricks im Schulzentrum am Stern/Potsdam, Juli’23
  • Tänzerin & Choreographin bei „BRUCHSTÜCKE“ im Oderbruch (Kienitz); Leitung: Martin Stiefermann, Juni’23
  • Performerin in der Installation „Avid Ground“ des SINT Kollektiv, Kiezladen 154/Berlin, Mai’23
  • choreographische Zusammenarbeit mit Ulduz Ahmadzadeh für die neue Tanzproduktion „Ancestors´Banquet“, Premiere April 2023, BRUT Wien
  • Choreographische Erarbeitung bei SENECA, Berlin, Februar 2023
  • outside eye für das Tanzstück „_melt_“ von Olivia Hild, Februar 2023, WUK Wien

2022

  • Choreografie, Video, Text für das Stück „Archives of Collapse“ (gefördert durch die #Prozessförderung des Fonds Daku), Premiere:  12. – 14. August 2022, Uferstudio 14/Berlin
  • Performance „Five Fragments“ zur Komposition von Mathias Rüegg, Jazzclub Porgy&Bess, Wien, Sept. 2022
  • Tänzerin beim Soundancefestival Berlin in Kollaboration mit Meinrad Kneer (Kontrabass), September 2022
  • Tänzerin im Stück „Mutants in Music“ mit dem Ensemble UbU (Neue Musik) & Naïma Mazic, Köln/Frankfurt/Hamburg, September 2022
  • Dramaturgische Beratung für das Stück „d!s“ by Melika Akbari, Berlin, Juni 2022
  • Leitung des offenen Labors für Improvisation „#playground“, Mai 2022

2021

  • Lehrbeauftragte im MA Studiengang „Choreographie“ am HZT Berlin
  • Tänzerin bei „Instant Compositionality“, kuratiert von Gábor Hartyáni, Wisenbuerg Berlin, Oktober 2021
  • Tänzerin bei den Leipziger Jazztagen mit Naïma Mazic
  • Choreographie für das Straßentheaterstück „Kobel“, initiiert von Cali Kühner, Premiere: Sept. 2021, Bregenzer Waldfestspiele/Hittisau/A
  • Tanzpädagogin im Jugendprojekt „Tanz ins Glück“ der Salzburger Festspiele, Juli 2021
  • Tänzerin beim Soundancefestival Berlin im Duo mit Andreas Willers (Gitarre), Juni 2021
  • Tanz & Choreographie für das Musikvideo „STELLARIS“, Regie: Ben Blaskovic, Mai 2021
  • Musikvideo „Attracted by the Ghosts“ (Tanz & Video) für das neue Album „Nightmares and Fairytales for the End of Times“ von Anja Weber, April 2021
  • Film „pass | break | float“ im Rahmen der Residency im Künstlerhaus Lukas/Ahrenshoop, März 2021
  • Research Projekte: „Of bodies and grounds“, „Moving through_Collapse“, „TERRA_MORPHING“ (Tanzrecherche NRW)
  • Artist in Residence Szene Salzburg, Februar 2021

2020

  • Idee, Kuration & Performance bei „ONE for ONE“ (1 zu 1 Begegnungen von Künstler*innen und Publikum im Lockdown), in Koop. mit der Kunstnothilfe Berlin, Ku’damm 51, Dez 2020
    Tänzerin im Video „TOUCH“ von Freya Hattenberger (Köln), November 2020
  • Gastdozentin für Zeitgenössischen Tanz & Improvisation an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Sept. 2020
  • Tänzerin und Choreographin beim Soundance Festival Berlin, Juni 2020
  • Choreographie und Performance für „In the Name of“, Auftakt Festival für szenische Texte, Mai 2020
  • Tanz im Tanzfilm „Trisektrix“ von M. Turik, Performing Arts Festival Berlin, Mai 2020
  • Choreographie „alright_OK“ für den Abschlussjahrgang Tanz der Musik und Kunst Universität Wien, Feb 2020
  • Choreographie und Projektleitung im Rahmen des Schulprojektes „Tanz im Glück“, Salzburger Festspiele, Salzburg Feb. – Mai 2020
  • Solo „minimal_drift“ (Sound: Benjamin Pontius), Tanztangente Festival, Berlin Feb. 2020

2019

  • Tänzerin im Stück „Inbetween“ von Isa Herzfeld und Kazuma Motomura, Schöneiche bei Berlin, September 2019
  • Choreographie der Stücke „SHAK | WE“ und „META (IN) fused“ im Rahmen der BangaloREsidency 2019, Goethe Institut, Indien
  • Tänzerin in dem Stück „Tekiyeh“ von Ashkan Afsharian, Berlin 2019
  • Performerin in der mobilen site specific Performing „HELP-is anyone an artist“ im Rahmen des Project Space Festivals Berlin, Juni 2019
  • Choreographie „MATERIA“ für 13 Tänzerinnen im Rahmen des Bildungsjahr Tanz von SENECA intensiv, Berlin, Januar 2019
  • Choreographie für das Theaterstück „Moby Dick“ (Regie: Anita Vulesica), Volksbühne Berlin, Januar 2019
  • Tanzunterricht und musikalische Begleitung mit Hang für den Kurs „Yoga & Tanz“, November 2018 – März 2019
  • Workshop Zeitgenössischer Tanz für Schülerinnen des Musischen Gymnasiums Salzburg, Januar 2019

NEWS:
– Teilnehmerin des Mentoring Programmes „tandem 2019/20“ des Tanzbüro Berlin

2018

  • Konzept, Choreographie & Text des interdisziplinären Stückes „LAWS OF POWER“, Uferstudios Berlin, June 2018
  • Sound performance für das Stück „wavering“ mit Telmo Branco und Rachael Mauney, Ada Studio Berlin, Mai, 2018
  • Choreographie „Maelstrom“ für 18 Frauen, Berlin, März 2018
  • Partnering Workshop und Zeitgenössischer Tanz bei Bildungsjahr Tanz /SENECA Berlin, August – Dezember 2018

2017

  • Performer im score “seven” von Komponist William “Bilwa” Costa und Musiker Klaus Janek, Gallery Neuwestberlin, November 2017
  • Choreographische Assistenz für Anja Weber beim drei d-Poesie Festival, Uferstudios Berlin, Oktober 2017
  • Tänzerin bei der Eröffnung  der Volksbühne Berlin mit Boris Charmatz in “Levee des Conflits”, September 2017
  • Konzept, Choreographie & Text für SYNTAGMA, aufgeführt in der alten Willner Brauerei Berlin, Juli 2017
  • Solo performance “poetic_waters” – eine strukturierte Improvisation mit Stimme, Tanz und Sound, “moving poets”, Tanztangente Berlin, Mai 2017

2016

  • Solo Stück “SYS4” mit Text, Tanz, Graphik und Musikkomposition (Klavier) beim Imagetanz Festival, Brut Wien, März 2016
  • Tänzerin bei der Residency von Anton Lachky bei  „Die lange Nacht des Tanzes“, Bleiburg, Juli 2015
  • Choreographie, Text, Konzept von MITTAG7, ein Stück für fünf Tänzer*innen, zwei Schauspieler und zwei Musiker, MUK Wien, 2015

 

Workshops 2015 – 2019: Hofesh Shechter, Trajal Harrell, Tino Sehgal, Helena Waldmann, Anton Lachky, Doris Uhlich, Edivaldo Ernesto, Markus Tomczyk etc.

 

MUSIK

  • Klavier
  • Schlagzeug
  • Hang
  • Mitgründerin des Sound Projektes „A&A“ 2016 mit Hang und Harfe (Angela Reithuber)
  • Einsatz von loopstation für die Kreation von Soundscapes mit Text, Stimme und field recordings und live Performances in diversen Kontexten

 

TEXT

Stipendiatin des Labor für Tanzjournalismus „dance&dare – rewriting dance“ 2019, ermöglicht durch tanzweb.org.
https://www.tanzweb.org/dancedare/people

 

FÖRDERUNGEN, STIPENDIEN, PREISE

  • #takheart Prozessförderung für „Archives of Collapse“
  • #takeheart Rechercheförderung für „sense / listen /resonate“
  • Tanzrecherche NRW 2021 für das Projekt TERRA_MORPHING
  • DISTANZEN SOLO
  • ADK Stipendium Initial
  • #takecare Research Förderung „of bodies and grounds“ in Koop. m. Schloss Bröllin, Jan. 2021
  • Artist in Residence Szene Salzburg, Feb. 2021
  • Selected Artist für das intern. Netzwerk Crushing Borders (L’Abri Genf), 2021
  • Startstipendium (6 Monate) des Bundeskanzleramt Österreich, 2020
  • Artist in Residence im Künstlerhaus Ahrenshoop 2020/21
  • Artist in Residence der BangaloREsidency @Shoonya Centre for Art and Somatic Practice, Goethe Institut Indien/Berlin, Juli – September 2019
  • Artist in Residence auf Schloss Bröllin 2019
  • Einstiegsprojektförderung des Berliner Senats (15 000 Euro) für das Solo „META“, Premiere Juni 2019, Berlin
  • Deutschlandstipendium im Rahmen des MA Choreographie am HZT 2017/18
  • „Laws of Power“ wurde unterstützt vom „Deutschen Bühnenverein“, 2018
  • Promos Stipendium für das BIDE Tanz Netzwerktreffen in Barcelona, 2017
  • Gewinnerin des Fidelio-Preises (5400 Euro) (Choreographie & Tanz), 2013

Immer wieder Standpunkte definieren. Konfrontation. Täglich. Mich aussetzen.
Hinein begeben. Verweilen. Es transformiert sich, unbegreiflich. Re-agieren? Aktion!

Meine Lust am Chaos mündet im Streben nach Struktur. Irritation, Reibung, eine Unruhe entsteht – sie nährt mich.

Mäandern zwischen Polen, angezogen von Kontrasten – ein nonverbaler Versuch des Ausdrucks.

Doch Worte, ja Worte, auch die.

Das Theater neu denken, es riecht nach Zuhause.

Nach Relevanz suchend und der inneren Stimme folgend. Ich höre sie nicht immer.

Ich suche nicht nach Themen, Menschen, Orten –
sie kommen auf mich zu, fließen durch mich hindurch und treten in neuer Gestalt wieder zum Vorschein. Ich möchte durchlässig sein für das, was sich mir eröffnet, und im richtigen Moment klare Entscheidungen treffen können.

Ich strebe nach Klarheit im Geist, Klarheit im Körper. Es bedeutet für mich Einfachheit, die niemals banal sondern selbstverständlich ist. Es fühlt sich leicht und zugleich fordernd an, das, was ich künstlerisch tue. Immer auf der Suche nach dem Dazwischen, dem Kippmoment von einem zum anderen, komplex und doch simpel.

Auch suchend kann ich ankommen. Weil ich gelernt habe, zu vertrauen. Es fügt sich alles –
jetzt oder morgen oder viel später.

Das Spiel mit der Zeit ist ein faszinierendes. Sie kann sich bis zur Unerträglichkeit dehnen und in einem winzigen Moment eine ganze Welt verändern. Timing ist alles.

Oft denke ich nicht in Worten sondern in Rhythmen.

Ich wünsche mir, Menschen um mich zu haben, mit denen ich neue künstlerische Welten erforschen, kreieren und für andere zugänglich machen kann. Gemeinsam weichen wir Grenzen zwischen Disziplinen auf und stellen die Aussage in den Mittelpunkt. Alles bewegt sich – Gedanken, Körper, Räume. Ich möchte mit simplen Mitteln eine eindrucksvolle Erfahrung erzeugen und für Mitwirkende und Zusehende einen Raum des Erlebens ermöglichen, der nachhallt. Es ist erfüllend, in Menschen das Gefühl erwecken zu können, gemeinsam etwas Bedeutsames zu kreieren. Einbinden, nahbar machen, etwas erschaffen, das noch bewegen kann, in einer von Reizen überfluteten Welt.

Ich selbst finde Ruhe im genauen Beobachten. Ein ganzes Universum im Detail. Körper, Wort, Klang, Raum, Licht verweben sich zu immer wieder neuen, einzigartigen Gebilden.

Geheimnissen auf der Spur sein.
Die, die sich zwischen Haut und Seele verbergen. Sie sind mein innerer Motor.

©Ilva Kassner